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Melvin Wheaton vom TuS Daun träumt von der Handball-WM

Melvin Wheaton vom TuS Daun träumt von der Handball-WM

Daun. Der 25-Jährige hofft auf einen Platz im US-Team für die Titelkämpfe in Ägypten. Nervös macht ihn auch die Präsidenten-Wahl. 
Der Blick von Melvin Wheaton ging am Mittwoch immer und immer wieder aufs Handy-Display. Und dort auf die Wahl-Landkarte der USA. Gibt’s bei der Präsidentenwahl neue Ergebnisse aus den Bundesstaaten? Und was bedeuten sie im Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Donald Trump und Joe Biden?

Wheaton ahnt nichts Gutes: „Sollte Trump unterliegen, wird er sich als schlechter Verlierer präsentieren. Ich hoffe inständig, dass Biden das Rennen macht“, sagte der 25-Jährige aus Daun, dessen Vater, Oma, Cousins und Cousinen in Texas leben, gestern Nachmittag. Die Beibehaltung der gesetzlichen Krankenversicherung, Strategien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, die transatlantischen Beziehungen, die Positionierung im Kampf gegen den Klimawandel – Wheaton sieht beim Demokraten Biden wichtige Themen erheblich besser aufgehoben als beim republikanischen Amtsinhaber Trump.
Hier zum kompletten Artikel des Trierischen Volksfreund…

 

Fotos: Privat (Melvin Wheaton)

Quelle: Mirko Blahak / Trierischer Volksfreund

Helmut Plein – Die ungewöhnliche „Handballkarriere“ eines vorbildlichen „Handballfunktionärs“

Über Jahrzehnte waren die Geschicke des TuS Daun und die des Handballbezirks Mosel eng mit einem Namen verknüpft. Die Rede ist von Helmut Plein, dem fast 69-jährigen Wahl-Gladbachers.

„Nein, ich komme nicht wie so viele andere aus einer Handballfamilie und Handball habe ich auch nicht wirklich gespielt. Mein Weg zum Handball war ein etwas anderer: Ab 1971 war ich Zeitsoldat in der Dauner Heinrich-Hertz Kaserne. Mit Handball hatte ich nichts zu tun und ein Handballspiel hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht gesehen. Das sollte sich aber sehr schnell ändern. Zum Handball kam ich, als mich mein damaliger Zugführer Freddy Fürstenberg, der zu diesem Zeitpunkt auch Abteilungsleiter des TuS Daun war, fragte, ob ich vielleicht Interesse hätte, mal mit zum Handball zu kommen. Ihm würden Helfer für verschiedene Tätigkeiten fehlen. An den genauen Zeitpunkt kann ich mich nicht mehr erinnern, aber es muss so Anfang 1979 gewesen sein“, sagt der aus Speicher stammende Helmut Plein.  

An einem Samstag nahm Fürstenberg dann den neugierigen Plein mit in die GSG-Halle und zeigte ihm, was es alles so vor einem Handballspiel zu tun gibt. „Da es hier noch keine Tribünen gab half ich bei Aufbau der fahrbaren Tribünenteile und anschließend dem damaligen Kassierer Bernd Prietz beim Kassieren der Eintrittsgelder“.

Plein sah an diesem Abend sein erstes Handballspiel der 1.Männermannschaft des TuS Daun. Die Mannschaft spielte damals in der Oberliga Rheinland. Er erinnert sich an ein sehr spannendes Spiel und die Dauer Mannschaft siegte knapp. „Diese Spannung und die Stimmung in der Halle hatten mich begeistert. Nach dem Spiel war dann wieder der Abbau der Tribünen angesagt. Das ganze Spiel wiederholte sich dann in den darauffolgenden Wochen. So kam ich also zum Handball in Daun“, verrät der mit dem Handballvirus nun infizierte Dauner.  

Mit der Zeit wurden die Aufgaben für Plein immer umfangreicher. Durch die Ausbildung zum Zeitnehmer/Sekretär kam eine weitere Aufgabe dazu. Bei den bekannten Dauner Pfingstturnieren im Wehrbüschstadion, von 1974 bis 1984, war Plein ab 1979 im Einsatz und sorgte unter anderem dafür, dass der Getränkecontainer immer gut gefüllt war. „Die Arbeit machte mir viel Spaß und ich lernte viel Neues und interessante Leute kennen“.

Die 1.Männermannschaft stieg 1982 in die Regionalliga-West, die dritthöchste Spielklasse im Handball, auf. Der TuS 05 Daun gehörte zu den Handball-Hochburgen im Handballverband Rheinland und Plein gehörte zu dieser „großartigen Handballfamilie“ (Zitat Plein)

Von 1984 – 1986 unterstützte „Pleni“ – so sein Spitzname, den er von einem Jugendlichen bekommen hatte – den damaligen TuS Abteilungsleiter Jürgen König bei seinen vielfältigen organisatorischen Aufgaben. Kontakte zu den Dauner Behörden, dem Handballverband Rheinland, Vereinen, Passbearbeitung und Pressearbeit gehörten dazu.

Die Erfahrung, dass zum Sport aber nicht nur Höhen sondern auch Tiefen gehören, machte Plein 1986, als die 1.Mannschaft des TuS Daun nach zwei Jahren Regionalliga bis in die Landesliga abstieg. Dazu kam dann auch noch, dass  Abteilungsleiter Jürgen König aus beruflichen Gründen in die USA versetzt wurde. Um den Fortbestand der Handballabteilung stand es schlecht. Rainer Schwab wurde Abteilungsleiter und trainierte die übrig gebliebenen 5 Mannschaften der Abteilung. „So kam es, dass wir uns die Aufgaben teilten, Rainer war für den sportlichen Bereich zuständig und ich übernahm dann als Geschäftsführer den organisatorischen Part. Mehr Verantwortung war dann aber auch mit mehr Arbeit verbunden. Saisonspielpläne für alle Mannschaften erstellen und immer wieder aktualisieren, Spielverlegungen bearbeiten und die Meldung der Spielergebnisse an die jeweiligen Pressewarte kam zu den schon vorhandenen Arbeiten dazu“, sagt Plein.

Große Unterstützung erhielt Plein dann Ende der 80-iger Jahre durch Hans Werner Müller (HW), der am PC fit war und ihm viel Arbeit abnahm. Müller erstellte das Infoheft zu den Heimspielen der 1.Mannschaft und fungierte auch als Mannschaftsverantwortlicher.

Doch auf der Vereinsebene sollte die Arbeit für Helmut Plein nicht enden: „Bei den jährlichen Treffen der Vereinsvertreter des Handballbezirkes Mosel in Trier, an denen ich als Dauner Geschäftsführer teilnahm, fragte mich der damalige Bezirks- Jugendwart Günter Baumann, ob ich nicht Lust hätte, Staffelleiter für verschiedene Jugendspielklassen zu werden. Da mich diese Aufgabe interessierte, nahm ich sie an. Ich konnte aber nicht wissen, was später daraus werden sollte“.

Es kam, wie es kommen musste: 1987 wurde Plein stellvertretender Jugendwart und ab 1989 übernahm er das Amt der Jugendwartes des Handballbezirkes Mosel. Als Jugendwart sitzt man automatisch im Jugendausschuss des Handballverbandes Rheinland. „Mit einer kurzen Unterbrechung war ich bis 2010 Jugendwart, also rund 23 Jahre“, sagt der Dauner nicht ohne Stolz.

Auch beim TuS Daun ging es weiter: Von 1988 bis 2009 plante und organisierte Plein rund 20 Zeltlager für die Dauner Handballjugend, die bis auf wenige Ausnahmen an Fronleichnam stattfanden und verbunden waren mit der Teilnahme an Handballturnieren. An den 5-tägigen Zeltlagern nahmen im Schnitt zwischen 60 bis 80 Jugendliche im Alter von 8- 16 Jahren, und rund 10 – 15 Betreuer teil. Am größten im Jahre 1993 zählte man insgesamt 100 Jugendliche und 15 Betreuer. „Es fand in Haelen/Holland statt. Hier gilt mein ganz besonderer Dank heute noch all den Betreuerinnen und Betreuern, ohne die so etwas nicht möglich gewesen wären. Wir hatten immer ein tolles Team zusammen“. Seit 2002 nimmt die Handballjugend des TuS jährlich am bekannten Felke-Turnier in Bad-Sobernheim teil.

Zu den jährlichen Zeltlagern kamen dann von 1996 – 2004 noch 9 Ferienfreizeiten, immer in den Sommerferien, die von Plein geplant und organisiert wurden. Hier ging es mit 45 Jugendlichen und 5 Betreuern 8 Tage in Jugendherbergen in ganz Deutschland. „In Merzalben/Pfalz, Bad-Homburg/Saar, Norddeich, Schluchsee, Ratzeburg, Kempten/Allgäu, Waren Müritzsee, Ulm und Balingen verbrachten wir immer sehr schöne Tage. Ratzeburg ist mir noch gut in Erinnerung. Von hier fuhren wir mit dem Bus nach Hamburg zu einer 2 stündigen Hafenrundfahrt und besuchten auf der Reeperbahn das Musical Cats. Mein besonderer Dank geht hier an die Busfahrer Schorsch Blonigen und Olaf Minninger, die uns immer sicher und unfallfrei gefahren haben“, dankt Plein.

Die Arbeit mit der Dauner Handballjugend lag Plein ganz besonders am Herzen.

Die Planung und Durchführung solcher Aktionen waren mit viel Arbeit verbunden, die Plein aber nicht alleine bewältigen musste, denn er hatte ein gut funktionierendes Team hinter sich. 

„Nun fragen sich wohl einige, ob ich denn auch aktiv Handball gespielt habe. Die Frage kann ich kurz mit einem nein beantworten. 1991 wurde um Trainer Pit Lörscher die 3.Mannschaft gegründet, zu der ich gehörte. Nach einigen Trainingseinheiten stellte ich jedoch fest, dass ich kein Handballtalent hatte. Klar, mit 40 Jahren lernt man es nicht mehr“, gesteht der mittlerweile 69-jährige.

Bei der Gründung des Fördervereines „Dauner Handballfreunde e.V. im Jahr 1991 gehörte Plein selbstverständlich zu den Gründungsmitgliedern.

Von 1992 – 1997 fanden in Daun Turniere mit hochrangigen Mannschaften der 1.- und 2. Bundesliga statt an deren Organisation Plein ebenfalls beteiligt war.

Mit zu den Höhepunkten gehörte für Plein 1993 ein 1-wöchiges Trainingslager der Deutschen Handball-Nationalmannschaft mit dem damaligen Bundestrainer Arno Ehret in Daun.

„1995 wurde ich dann Abteilungsleiter der Dauner Handballabteilung. Mit meinem Stellvertreter Hans Werner Müller zusammen habe ich dieses Amt bis 2009 begleitet. Natürlich mit allen Höhen und Tiefen die es im Sport gibt. Wobei es aber eindeutig mehr Höhen als Tiefen waren.  Mit etwas Stolz kann ich auch sagen, dass ich der Initiator der ersten FSJ-ler Stelle beim TuS 05 Daun war. Das erste Freiwillige-Soziale-Jahr, das als Ersatz für den Wehrdienst angerechnet wurde, absolvierte ab 2003 Thomas Feilen für 12 Monate in der Handballabteilung. Mit Björn Partschefeld fand ich dann 2004 in Dresden einen würdigen Nachfolger, der dieses Amt 17-Monate ausübte. 2004 wurde ich mit 53 Jahren von der Bundeswehr pensioniert“, erzählt Plein.

Das war aber kein Grund für Plein jetzt ruhiger zu werden. „Mit dem Handball ging es wie gewohnt weiter, dazu ein paar Nebenjobs wie – Redakteur bei der Dauner Eifelzeitung, Büromitarbeiter in einem Altenheim oder als Lagerarbeiter – verdiente ich mir noch ein paar Euro dazu. Ab Mitte 2006 wurde ich nach der Trennung von meiner Frau etwas ruhiger. Und auch im Handball trat ich kürzer. Andere mussten jetzt mehr Verantwortung übernehmen. Nachdem ich Ende 2008 meine jetzige Partnerin Christel kennen lernte, mit der ich jetzt schon 12 Jahre das Leben genieße, beschloss ich 2009, nach insgesamt 30 Jahren Handball, die Verantwortung an andere zu übergeben. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. 

Dinge wie gemeinsame Reisen, Wandern, Walken und Radfahren stehen jetzt im Vordergrund. Das ruhigere Leben auf dem Land und natürlich auch die Gartenarbeit machen mir besonders viel Spaß.

Dem Dauner Handball bin ich aber trotzdem noch verbunden. Die Bearbeitung der Spielpläne für den Dauner Handball mache ich noch immer und mit dazu gehören natürlich auch die gemeinsamen Besuche der Handballspiele in der Dauner Wehrbüschhalle“, verrät der pensionierte Bundeswehrsoldat. 

Für seine Verdienste um den Handballsport wurden Helmut Plein viele Ehrungen zuteil, darunter die Goldene Ehrennadel des TuS 05 Daun, die Goldene Ehrennadel des Handballverbandes-Rheinland und die Silberne Ehrennadel des Landessportbundes Rheinland.

2001 erhielt er vom damaligen Dauner Landrat Heinz Onnertz bei der Sportlerehrung des Landkreises Daun die Ehrenplakette, 2004 ehrte die Stadt Daun verdiente Bürger und selbstverständlich gehörte Helmut Plein dazu. Zuletzt erhielt der Handballfunktionär und so kann man Plein im besten Sinne des Wortes beschreiben, die Ehrenplakette des TuS Daun  2010.

Quelle: mosel-handball.de

Markus Willems, erfolgreicher Handballer und Geschäftsmann

Die Corona Krise beendete die Saison auch in der Rheinlandliga der Männer. Am Ende stand der TuS Daun mit Trainer Markus Willems knapp vor dem härtesten Verfolger aus dem Hunsrück, der HSG Hunsrück. Seine letzte Saison als Meister und damit seinem größten Erfolg in seiner Trainerlaufbahn abzuschließen, war Willems nicht vergönnt. Doch als Tabellenerster qualifizierte sich seine Mannschaft für die RPS Oberliga Rheinland, Willems übergab zwischenzeitlich sein Traineramt an den neuen Coach Igor Domaschenko, wird aber Mannschaft und Coach weiterhin unterstützend zur Verfügung stehen.

Schon früh begann der 1968 geborene Dauner seine Handballlaufbahn: „Praktisch mit der Einschulung in die Grundschule Daun 1974. Sportlehrer (und Handballtrainer) war damals Rainer Schwab, der im Sportunterricht sofort alle „Talente“ rekrutierte, die halbwegs geradeauslaufen und einen Ball fangen oder werfen konnten“, erinnert sich Willems. Der „Top-Coach“ (Zitat Willems) trainierte mehrere Jugend-Mannschaften und begleitete die „Handballkarriere“ von Willems von Beginn an bis in den Seniorenbereich. „Mehrere Bezirks- und Rheinlandmeisterschaften. jahrelang Mitglied der Rheinlandauswahl sowie erweiterter Kader der Westdeutschen Auswahl. Außerdem Teilnahme im Wettkampf 2, Jugend trainiert für Olympia in Berlin mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium“, blickt Willems gerne zurück.

1983 spielte Daun mit der C-Jugend um die westdeutsche Meisterschaft und unterlag dem OSC Thier Dortmund knapp. „In Dortmund verloren wir mit sieben Toren Unterschied, gewannen in Daun lediglich mit 21:18. Zu diesem Spiel hatte meine Mutter, die Schriftsetzer-Meisterin  war und eine eigene Druckerei hatte, Handzettel gedruckt, die wir an die Scheibenwischer aller parkenden Autos in Daun hingen. So hatten wir bei diesem C-Jugendspiel 250 Zuschauer und eine super Stimmung.

Highlights in der Jugend waren sicher auch die Pfingstturniere in Daun und die Zeltlager am heutigen Standort der Wehrbüschhalle. In meiner Kindheit spielte ich bis zur A-Jugend auch noch Fußball im Verein und in der Schule war ich in diversen Schulmannschaften Handball, Fußball, Volleyball, Ski-Langlauf-AG, Cross-Lauf und viele mehr. In dieser Zeit hatte ich 10-11mal Training/Spiele/Schulsport pro Woche und in einem Schuljahr kam ich mal auf 126 entschuldigte Fehlstunden wegen Schulsports. So kam ich auch nicht auf dumme Gedanken“, sagt Willems. .

Mit 17 wechselte in Daun die komplette A-Jugend zu den Senioren in die Oberliga und stieg gleich wieder in die Landesliga (damals eins unter OL) ab, um danach sofort wieder aufzusteigen.

Nach dem Abitur folgte das Studium der BWL in Saarbrücken und Willems wechselte für 3 Jahre zum Turnerbund Sankt Johann (TBS Saarbrücken) in die Oberliga. Nach einem Jahr dann der Aufstieg dort in die Regionalliga. 1992 kehrte Willems zurück zum TuS Daun und wurde in der Saison 93/94 dann Meister in der Oberliga und stieg mit der Mannschaft in die Regionalliga auf.

Auch im Juniorenbereich war der Dauner Mitglied der Rheinlandauswahl und nahm 1989 am Grenzlandpokal in Haßloch in der Pfalz teil. Diese Teilnahme wurde zum bleibenden Erlebnis für Willems:„Wir spielten mit der Rheinland-Auswahl gegen die Pfalz, das Saarland, Elsass, Lothringen sowie Luxemburg. Samstag hatten wir 2 Spiele über die volle Spielzeit und gewannen beide, sodass wir am nächsten Tag im Endspiel gegen Luxemburg antreten sollten, die ebenfalls ungeschlagen ins Finale gingen. Wir waren in Haßloch am Marktplatz untergebracht, wo an diesem Wochenende „unglücklicherweise“ die Kirmes stattfand und ein großes Bierzelt aufgebaut war. Ich trank, wie viel andere, zum ersten Mal in meinem Leben Andechs Klosterbräu Doppelbock, mehrere Maßkrüge auf nüchternen Magen nach zwei Spielen und so nahm das Unheil seinen Lauf. Am nächsten Tag in der Mannschaftsbesprechung vor dem entscheidenden Endspiel gegen Luxemburg sagte Trainer Paul Schmidt die berühmten Worte: „Jungs, wir vertreten hier das Rheinland, ihr habt gestern Spaß gehabt, aber wer saufen kann, kann auch spielen“. Er wurde dabei aber von unserem Torhüter Bernd Schellenbach in seiner Ansprache unterbrochen, der mit einer kurzen Bemerkung aus der Kabine rannte und auf dem Klo verschwand, um 2 Minuten später mit sichtlich erleichtertem Magen wieder bei der Mannschaft zu erscheinen. Obwohl wir alle nicht fit waren, gewannen wir das Endspiel mit 10 Toren Unterschied dank einer überragenden Leistung von „Schelle“ im Tor, der sehr ungewöhnliche  Torwart-Bewegungen machte und meistens auf der Flucht erschossen wurde. Das führte dazu, dass die Luxemburger Spieler verzweifelten und teilweise freistehend vorm Tor abspielten. Mehrere von uns haben die Kausalität zwischen gutem Ergebnis und massivem Alkoholkonsum am Vorabend im weiteren Verlauf ihrer Karriere zu wiederholen versucht, aber es hat meines Wissens niemals mehr so geklappt wie an diesem Tag!“

Bleibende Erinnerungen im Seniorenbereich waren sicher auch die TechniSat-Cups und Nürburgquellen-Masters, bei denen Daun in Turnierform gegen diverse Bundesligisten antrat und man sich mal mit den Profis vergleichen konnte.

Sein Leben verändern sollte dann die Abschlussfahrt 1990 im Sunshine-Bus nach Lloret de Mar mit 17 Handballern, Trainern und Betreuern des TuS Daun. 7 Tage Vollpension in einem 3-Sterne-Hotel für 278 DM. Wir hatten in einem Doppeldecker-Bus in der unteren Etage 17 von 18 Plätzen für uns reserviert. Zwei hübsche Mädels hätten getrennt sitzen müssen, eine oben und eine unten. So „erbarmten“ wir uns abwechselnd jeder eine Stunde zu stehen, damit die Mädels bei uns sitzen konnten. Die dachten zunächst an typische Saufgelage und das Gegröle bei solchen Mannschaftsfahrten und waren dann angenehm überrascht, wie gesittet und seriös es bei den Handballern zugeht.  Ich konzentrierte mich aber auf mein Skatblatt und zockte 16 Stunden nonstop Karten mit Rainer Schwab und Carsten Lindner, sodass Rainer vom Gewinn der Skatrunde bei unserer Ankunft im Hotel morgens um 10 die ersten 17 Cognac an der Hotelbar ausgab. Die Zimmer waren ja noch nicht fertig. Das dauerte auch leider bis 16 Uhr und so war erste Tag an der Hotelbar sicher anstrengender als die gesamte 18-stündige Busreise nach Lloret. Nach der Woche brauchte ich erst mal Urlaub. Beim Aussteigen aus dem Bus „riskierte“ ich dann doch mal einen Blick auf die beiden hübschen Begleiterinnen und hatte den intensiven Blickkontakt und kurzen Wortwechsel mit einer der Mädels in bleibender Erinnerung. Die beiden „Hasen“ fuhren jedoch weiter nach Cambrils, meldeten sich jedoch ein paar Wochen später mit einer Postkarte bei uns, die Jochen Scheler mit ins Training brachte. In der bedankten sie sich für die schöne Fahrt und den freien Sitz im Untergeschoss. So hatte ich die Kontaktdaten und rief einfach mal in Trier an. Die „Brünette“, die es mir angetan hatte, konnte sich glücklicherweise sofort an mich erinnern. Mittlerweile bin ich mit Tina 26 Jahre verheiratet und wir haben zwei Söhne, Luca und Jannis, die natürlich beide Handball spielen“.

Ein paar Jahre später stieg Willems dann beim TuS als Minitrainer ein und begleitete seine Söhne ein paar Jahre bis zur B-Jugend bei ihren ersten Handballschritten.

Beruflich entwickelte sich auch ganz gut. 1993 nach dem Studium heuerte Willems zunächst bei TechniSat an, verkaufte im Export Satellitenempfangsanlagen und war für die Länder UK und Frankreich zuständig. „1995 sprach mich dann ein Freund an, der Maschinenbauingenieur war. Er hätte eine gute Idee und wollte automatisierte Lager konstruieren und an Apotheker verkaufen, also Hochregale in Miniformat mit einem Roboter, der die Packungen bestückt und entnimmt und automatisch nachbestellt. Die Idee faszinierte mich und so fuhr ich nach Saarbrücken zum Manager des TBS Saarbrücken, Karl Weise, der zufällig Apotheker war. Er riet mir die Finger davon zu lassen und hielt nichts davon. Komischerweise spornte mich das an und auf dem Nachhauseweg traf ich dann die Entscheidung bei TechniSat zu kündigen und  bei meinem Kumpel im Maschinebaubetrieb anzufangen. Ein Jahr später, im Juli 1996, gründeten wir dann die Firma Rowa und stellten sie wirtschaftlich und finanziell mit Bundes- und Landesunterstützung auf eigene Füße. 

(der TV berichtete: https://www.volksfreund.de/region/vulkaneifel/klares-bekenntnis-zum-standort-kelberg-us-konzern-investiert-zehn-millionen-euro_aid-39182089

Die Idee „ging durch die Decke“, wurde ein voller Erfolg und 2011 verkauften wir die Firma dann an einen amerikanischen Konzern. Bis heute sind die vielen hundert Arbeitsplätze in der Eifel erhalten geblieben. Nach dem Verkauf dachte ich mir, „jetzt machst Du mal ein paar Monate Pause und greifst dann wieder an“. Dabei ist es bis heute geblieben. Ich habe zwar diverse kleinere Projekte gemacht und mich mit meiner Vermögensverwaltung beschäftigt. Einen richtigen neuen Job, habe ich aber nicht mehr angenommen.

So hatte ich Zeit 2010 beim TuS ehrenamtlich als Herren-Trainer anzufangen, wir spielten zu dem Zeitpunkt in der Verbandsliga, stiegen nach 2-3 Jahren in die RL auf, wo wir uns kontinuierlich verbessert haben“, freut sich der Ex-Coach.

Im seinem mittlerweile zehnten Jahr als Trainer spielte Daun dann eine überragende Saison 19/20 und hielt sich für alle überraschend lange an der Tabellenspitze. Dann kam Corona und ruckzuck war man aufstiegsberechtigt und musste plötzlich ein Oberliga-Team auf die Beine stellen. „Ich wollte bei meiner Entscheidung bleiben nach 10 Jahren eine Pause zu machen und konnte mit Igor Domaschenko einen erfahrenen Trainer gewinnen. Mit Pascal Olivier im Tor und Jannik Kuntz und Ruslan Podriezov im Feld haben wir uns gut verstärkt. Mal sehen, wie stark die RPS Oberliga in der kommenden Saison sein wird und wir hoffen alle, dass wir bald wieder in der Halle trainieren können, was zurzeit noch nicht möglich ist. Im Oktober soll dann die Saison wieder losgehen, wenn alles gutgeht.“

Privat hat sich beim Dauner Urgestein auch einiges getan. Seit 2017 ist Willems Opa, seit 2019 bereits zum zweiten Mal. „Ich freue mich nach 10 Jahren als Trainer der ersten Mannschaft jetzt viel Zeit für meine Enkel zu haben. Wer weiß, vielleicht wiederholt sich ja die Geschichte und ich fange in 3-4 Jahren wieder als Mini-Trainer an. Ich habe in meiner Trainerzeit in der Jugend und bei den Senioren den Jungs stets zu vermitteln versucht, dass ich für meine berufliche Karriere beim Handball mehr gelernt habe als beim Studium oder irgendeiner anderen Weiterbildung. Teamfähigkeit, Ehrgeiz, Disziplin, Ausdauer (nicht nur körperliche), soziale Kompetenz sind in einem Mannschaftssport wie dem Handball wichtige Erfolgsbausteine und helfen einem in allen anderen Lebenslagen. Wir sollten nicht müde werden unseren tollen Sport den Kindern näherzubringen, auch wenn es heute aufgrund der vielen Alternativen, dem Internet und den Spielekonsolen nicht mehr ganz so einfach ist wie früher. Es lohnt sich aber,“ ist sich Willems sicher.

Quelle: mosel-handball.de

Zwei Jungs aus der Vulkaneifel mit großen Träumen

Zwei Jungs aus der Vulkaneifel mit großen Träumen: Fabian Schwarzer (vor dem kurzzeitigen Wohnmobil-Domizil nahe Kronau) und Felix Kaiser (Bild rechts) wollen später einmal Handball-Profi werden. Auf dem Weg dorthin machen beide nun einen wichtigen Schritt.

Fabian Schwarzer (15) und Felix Kaiser (16) spielten für den TuS Daun und wagen jetzt den Sprung zu großen Handball-Clubs.

Ihr Traum: Profi werden.

Von Mirko Blahak

Das ist für einen Handball-Verein wie den TuS Daun eine ungewöhnliche Ehre. Mit Fabian Schwarzer und Felix Kaiser erhalten gleich zwei ehemalige Jugend-Akteure der Eifeler die Chance, sich an renommierter Stelle dem Profitum zu nähern.

Fabian Schwarzer ist seit kurzem ein Junglöwe – der 15-Jährige aus der Mini-Gemeinde Schutz (Vulkaneifelkreis) ist in die B-Jugend der Rhein-Neckar Löwen gewechselt. Schwarzer lebt im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Handball-Bundesligisten in Kronau. In Östringen besucht der ehemalige Schüler des Dauner Thomas-Morus-Gymnasiums die zehnte Klasse des Leibniz-Gymnasiums, der NLZ-Partnerschule.

Corona-bedingt gibt es derzeit allerdings eine Herausforderung: Da das Internat erst an diesem Wochenende wieder öffnet, campiert Schwarzer mit seinem Vater derzeit für ein paar Tage im Wohnmobil in der Nähe von Kronau. „Wir sind ein eingespieltes Team. Das funktioniert“, berichtet Schwarzer.    

Ungewöhnliche Umstände erfordern ungewöhnliche Maßnahmen, die auch eins unterstreichen: Der Ehrgeiz ist groß. Fabian will es später mal in die Bundesliga und im Bestfall zum Nationalspieler schaffen, Bruder Nik (19) spielt beim TV Großwallstadt – einem weiteren traditionsreichen Namen in Handball-Deutschland. Und die Eltern ermöglichen ihren Jungs, an ihren Träumen zu arbeiten, indem sie viel Zeit für Fahrten opfern. Jetzt und früher. Landeskader-Spieler Fabian Schwarzer spielte zuletzt für den JH Mülheim/Urmitz in der B-Jugend-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Zum Training waren das stets 90 Kilometer einfacher Weg – und das drei- bis viermal pro Woche.Mit vier Jahren begann Schwarzer beim TuS Daun mit dem Handball – dort durchlief er alle Nachwuchs-Teams bis einschließlich der D-Jugend. Ebenfalls als Knirps griff Felix Kaiser erstmals zum Handball – er spielte erst fünf Jahre in Gerolstein und dann sechs Jahre beim TuS, ehe auch er zum JH Mülheim/Urmitz wechselte. Wie sein dortiger Teamkollege Schwarzer zieht es den 16-Jährigen aus Kirchweiler (Vulkaneifelkreis) jetzt in die weite Handball-Welt. Er schließt sich der B-Jugend des HC Bremen an. Für Außenstehende erst mal kein gewichtiger Name, doch für Handball-Insider eine anerkannte Adresse – die A-Jugend des HCB spielt beispielsweise in der Bundesliga. Kaiser wird in Bremen zunächst bei seinem Trainer unterkommen und die Sportbetonte Schule Ronzelenstraße besuchen. Bislang geht er in Daun an die Fachoberschule. „Ich will etwas Neues sehen und einen Schritt nach vorne machen. Ich habe richtig Bock, selbstständiger zu werden“, sagt Kaiser, der ebenfalls aus einer handballbegeisterten Familie stammt und ein Ziel hat: „Es wäre ein Traum, wenn ich es schaffen könnte, mein Hobby zum Beruf zu machen.“

Schwarzer und Kaiser spielten sich Anfang dieses Jahres beim Sauerland-Cup, einem der größten Nachwuchs-Turniere in Deutschland, in die Notizbücher der Späher. Und sie waren damit nicht alleine. Auch ihr Teamkollege in Mülheim, Philipp Alt aus Trier, wurde gescoutet und spielt in Kürze ebenfalls im Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen (der TV berichtete). „Dass wir gleich zu dritt den Sprung schaffen, war schon etwas überraschend“, sagt Fabian Schwarzer. Aber nicht nur das. Kaiser: „Es zeigt auch, dass bei uns viel Wille dahintersteckt.“

Rainer Schwab – eine prägende Persönlichkeit, nicht nur im Handballsport

Foto: Rainer Schwab (rechts) mit Helmut Plein und Jochen Scheler

1960 startet eine beeindruckende Sportlerkarriere. Die Rede wird von Rainer Schwab, dem mittlerweile 73-jährigen Pensionär sein, der wie kaum ein anderer vor allem das Handballgeschehen in Daun und in der Region geprägt hat.

In der MJC Trier begann er mit Handball und Leichtathletik und erinnert an alte Zeiten: „Feldhandball war angesagt, Hallenhandball beschränkte sich auf zwei Wochenenden in der Natohalle in Euren“. Im Feldhandball brachte es der junge Handballer bis zur Rheinlandauswahl. Neben Handball und Leichtathletik war Fußball die Begabung und so begann er 1964 beim SV Ehrang, spielte dann ab 1965 in der 1. Amateurliga nur noch Fußball für seinen Verein SV Ehrang. Doch die Finger konnte Schwab vom Ball nicht lassen und so spielte er ab 1970 wieder bei der MJC in Trier Handball, zumal sein fünf Jahre jüngerer Bruder in die erste Mannschaft aufrückte: „Mit ihm wollte ich unbedingt zusammenspielen“, gesteht Schwab.

Nach Abschluss seines Studiums an der Pädagogischen Hochschule in Trier wurde ihm eine Stelle in der Nähe von Daun zugewiesen und so war die logische Konsequenz, zumindest im Fußball den Standort zu wechseln und für Manderscheid zu spielen. Handball in Daun war zu diesem Zeitpunkt noch eine große Unbekannte.

Doch fußballerisch zog es ihn 1971 wieder zurück zum SV Ehrang. „In dieser Zeit fuhr ich sechsmal in der Woche von Daun nach Trier. Zwischen Wittlich und Trier gab es noch keine Autobahn. So trainierte ich zweimal in Ehrang unter Trainer Günter Geulich, hatte zweimal Handballtraining in Feyen und Konz. Samstags fanden die Handballspiele statt, sonntags die Fußballspiele. Zuhause war ich selten“, gestand der Sportfanatiker.  

Als der TuS Daun 1973 in die Bezirksklasse Fußball aufstieg, war die Entscheidung von Schwab gefallen. Er schloss sich dem TuS Daun an, spielte aber weiterhin für die MJC in der Handball Oberliga.

„Die Spiele fanden in Konz statt, zu dieser Zeit gab es in Trier außer der Postsporthalle keine zuschauerfreundlichen Hallen“, erinnert er sich. 1973 gründeten Bundeswehrsoldaten der Heinrich Hertz Kaserne eine Handballabteilung in Daun und man überredete den MJC Spieler, in Daun neben Fußball auch Handball zu spielen. „Durch die Bundeswehr hatten wir einige fertige Spieler in unseren Reihen (Pit Lörscher, Wolfgang Kaufeld, Wolfgang Engel, Michael Weinmann, Peter Sult, Hermann Schwöppe, Georg Linnerth), so dass schon 1978 die Meisterschaft der Landesliga erreicht wurde.  In dem Jahr war ich Spielertrainer. 1979 kam Jochen Scheler nach Daun. Er übernahm das Traineramt und er hatte großen Anteil am Aufstieg in die Regionalliga West 1982.  Im ersten Jahr konnten wir den 9. Platz und damit den Klassenerhalt schaffen, in der darauffolgenden Spielzeit war das leider nicht mehr möglich“. Seit Gründung der Handballabteilung wurde immer Wert auf eine intensive Jugendarbeit gelegt. In den Anfangsjahren waren besonders Albert Steffens und Ivo Wüst mir ihrer Arbeit sehr erfolgreich. Viele Bezirks- und Rheinlandmeisterschaften wurden im Laufe der Jahre  errungen.

Doch Schwab kennt auf den Unterschied zu damals: „In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, die Jugendlichen für den Sport zu begeistern. In Daun sind die heutigen Verantwortlichen aber auf einem engagierten Weg. In diesen ganzen Jahren war ich persönlich als Spieler der ersten Mannschaft und als Jugendtrainer aktiv. Zeitweise trainierte ich 5 Mannschaften und war auch als Schiedsrichter unterwegs. Wegen einer Knieverletzung hatte ich meine Fußballkarriere inzwischen längst beendet (1975). Nach dem Hoch mit zwei Jahren Regionalliga West stiegen wir 1986 aus der Oberliga in die Landesliga ab, schafften zwei Jahre später aber wieder den Aufstieg in die Oberliga. 1994 konnten wir dort wieder die Meisterschaft erringen und wieder drei Jahre in der Regionalliga West spielen. Seitdem spielt die Dauner 1. Herrenmannschaft konstant in der Oberliga oder dann in der späteren Rheinlandliga. Dieses Jahr wurde der Aufstieg in die Oberliga Rheinland Pfalz Saar überraschenderweise erreicht. Mal sehen was da noch kommt“, orakelt der Dauner.

Neben seinen vielen Trainertätigkeiten im Senioren-, Damen – und Jugendbereich war er von 1986 bis 1995 Abteilungsleiter, bis Helmut Plein Schwab ablöste. Intensiv das Bemühen Schwabs um den Nachwuchs: „Während meiner Zeit als Lehrer der Grundschule Daun versuchte ich immer wieder, die talentiertesten Schüler und Schülerinnen zum Handball zu bringen. Daher sind die gute und konzentrierte Jugendarbeit Garant für die erfolgreiche Zukunft des Dauner Handball. 2012 habe ich meine aktive Zeit in der Handballabteilung beendet und engagierte jüngere Leute führen die Arbeit in meinem Sinne weiter“, lobt Schwab.

Für ihn waren die Höhepunkte der Dauner Handballabteilung die Pfingstturnier, die von 1974 bis 1984 im Wehhrbüschstadion stattfanden. Im Spitzenjahr 1982 nahmen 48 Vereine und insgesamt 107 Mannschaften daran teil. 1200 Sportler gaben sich ein Stelldichein in Daun. Gezeltet wurde auf der Wiese, auf der jetzt die Wehrbüschhalle steht. Weil diese neue Halle 1985 erbaut wurde und damit die Zeltmöglichkeiten wegfielen, konnte das Pfingstturniernicht mehr durchgeführt werden.

Ein weiteres Highlight war der TechniSat Cup, der von 1992 bis 1997 ausgerichtet wurde: ein Handballturnier für Spitzenmannschaften, denen das Turnier als Saisonvorbereitung diente. „ Da die Mannschaften keine Antrittsgelder verlangten, wurden sie aber von unserer Abteilung in Hotels untergebracht und verpflegt. Wir konnten Mannschaften wie TV Großwallstadt, ThSV Eisenach, Sittardia Sittard, Tus Griesheim, Bayer Leverkusen, Bayer Dormagen, Eintracht Wiesbaden, TuRu Düsseldorf, BW Spandau Berlin, TBV Lemgo, VFL Gummersbach, OSC Rheinhausen, VFL Bad Schwartau, GW Dankersen-Minden, HC Empor Rostock bewundern. 1996 und 1997 wurde das Turnier von der Nürburg Quelle gesponsert“, verrät der Eifelaner.

Auch Spiele gegen Topmannschaften hat Schwab in bester Erinnerung. So spielten die Eifelaner 1979 gegen die Nationalmannschaft aus Brasilien (14:18), 1981 gegen Dukla Prag (13:33), 1982 gegen Ferencvaros Budapest (16:23), 1986 gegen Initia Hasselt (16:26), 1988 gegen TuRu Düsseldorf (22:30, 1989 gegen Roter Stern Belgrad (19:34) und 1991 gegen TuS Griesheim (18:31).

Nicht zuletzt erwähnt werden sollten auch die Dauner Spieler, die durch die „Handballschule“ von Schwab in Daun gegangen sind, oder ihn noch als aktiven Spieler erlebten.

So wurde Michael Hein Nationalspieler, (spielte für Turu Düsseldorf, Tusem Essen, TV Großwallstast, Thomas Hein spielte wie Stefan Hein 2. Liga beim TuS Griesheim, Michael Lehnertz wechselte nach einem Jahr in Daun zu Bayer Leverkusen und dem Vfl Gummersbach und spielte dann 54 Mal für die Deutsche Nationalmannschaft. Martin Stumps ging zum VFL Fredenbeck, SG Wallau Massenheim, HSV Hamburg 2. Aber auch die Damen aus Daun machten Karriere. So spielte Elisabeth Müller bei Bayer Ürdingen und Engelskirchen (damals Bundesliga, Caroline Thomas, Nadja Zimmermann und Lisa Schenk schafften den Sprung in die Bundesliga und spielten für Vereine wie Weibern, Dortmund und Besnheim.

Doch der Dauner Handball schmorrte nie völlig im eigenen Saft, hatte einige namhafte ausländische Handballer und Handballerinnen in seinen Reihen, die Schwab heute noch alle benennen kann und von denen einige während ihrer Dauner Zeit Unterkunft und Verpflegung im Hause Schwab bei Rainer und seiner Ehefrau Ute fanden: „Henk Bos aus den Niederlanden, Goran Voyvodi aus Serbien, Goji Ishihara aus Japan, Adam Sculz aus Polen, Tavi Oktavian aus Rumänien, Belinda van Dongen aus den Niederlanden. Liz Nör Andersen aus Dänemark und  Mohammed Kunle aus Nigeria prägten das Handballgeschehen in Daun.

Noch heute geht Schwab seinen, wie er es nennt „altersgemäßen Hobbies Golfen, Wandern und Reisen“ nach.

Quelle: mosel-handball.de

Handball, das Leben der Schelers

Seine Handballkarriere war vorprogrammiert: „Ich durfte nur zum Handball, es gab zunächst keine andere Sportart“, erzählt Jochen Scheler, geb. 1952, der in Oldenburg als Jugendlicher erste Handballerfahrungen beim OTB sammelte. Bedingt durch die Tatsache, dass sein Vater Handballer durch und durch war, selbst Handballtrainer, zeichnete sich die Handallkarriere des heute 68-jährigen früh ab. Auch sein Bruder spielte aktiv zu Feldhandballzeiten und so war klar, dass Jochen sich nur in dieser Sportart bewegen sollte.  Als Seniorenspieler in der Oberliga Nordsee ab 1972, wechselte er 1974 zur SG Altjührden, die ebenfalls in der Oberliga Nordsee spielte und stieg mit der Mannschaft in die seinerzeit zweithöchste Liga in Deutschland, die Regionalliga Nord auf. „Damals kam das Angebot aus Altjührden, dass ich unbedingt annehmen wollte“, sagt Scheler.

Seine berufliche Laufbahn führte ihn zunächst als Lehrer an die Grundschule Fredenberg in Salzgitter. 1976 wechselte er zur SG Eintracht Hildesheim, die in der Regionalliga Nord spielte. Berufliche Gründe seiner damaligen Verlobten waren entscheidend, dass Scheler im August 1979 in die Eifel umzog – dort wurde der Norddeutsche sesshaft, Trainer und Spieler des TuS Daun. „Der Einstieg als Spielertrainer wurde mir einfach gemacht. Ich fand ein sehr gutes Umfeld im Verein vor, hatte Spieler wie Rainer Schwab, Pit Lörscher, Michael Weinmann, Peter Schüller, die Kauffeld Brüder, Gerd Junk, Norbert Stelmach, Heinz Hammann und viele mehr, die genauso handballverrückt im positiven Sinne wie ich waren“, erinnert der Handballcoach.
 
„Im ersten Oberligajahr 81/82 wurde uns im Pokal der Zweitligist TuS Derschlag zugelost. Also machte ich mich gemeinsam mit Rainer Schwab und Pit Lörscher auf den Weg, beobachteten den TuS in einem seiner Meisterschaftsspiele. Wir machten Videoaufnahmen mit einem Equipment, das gut und gerne in einen Container gepasst hätte. Zuhause habe ich das Spiel der Derschlager regelrecht seziert, dabei jeden einzelnen Spielzug auseinandergenommen und meine Jungs auf den Gegner vorbereit. Obwohl wir uns dann im Pokalspiel gut verkauften, verloren wir die Begegnung. Geblieben sind aber die Erkenntnisse über deren Spielzüge, die ich dann für unser Spiel adaptiert und weiter ausgebaut habe“, verrät Scheler.
 
Als Spielertrainer führte Scheler seine Mannschaft von der Landesliga über die Oberliga 1983 in die Regionalliga, in der er die Mannschaft drei Jahre lang als Spielertrainer coachte.

Gerne erinnert sich Scheler an eine Begebenheit aus dem Aufstiegsjahr 1983, als die Familien Schwab, Scheler und Lörscher gemeinsam ihren Skiurlaub in der Schweiz gebucht hatten, doch der fiel dann in die Phase der letzten drei entscheidenden Spiele um die Meisterschaft. Was tun? „Unsere Frauen fuhren schon mal allein vor, wir absolvierten unser Heimspiel gegen Hermeskeil, setzten uns anschließend ins Auto und fuhren in den Skiurlaub nach. Am nächsten Wochenende stand die Begegnung in Sobernheim an. Also setzten wir uns wieder ins Auto, fuhren aus der Schweiz in den Hunsrück, absolvierten das entscheidende Saisonspiel, nachdem wir dann als Meister feststanden. In der Kabine wurde bereits gefeiert, Rainer und Pit hatten bereits etwas getrunken und saßen hinten in meinem Auto, als ich aus der Kabine kam und zwangsläufig fahren musste. Es war eine tolle Gemeinschaft in Daun, an die ich mich sehr gerne erinnere, vor allem an die vielen Abende nach unseren Spielen im Hotel Groß, die wir gemeinsam mit unseren Frauen verbrachten“.

Sein besonderes Augenmerk legte der Pädagoge aber schon immer auf die Jugend, trainierte von 1987 bis 1996 in Daun verschiedene Mannschaften von den Minis bis zur A-Jugend, musste dann aber nach der Operation beider Hüften im Jahr 1996 eine Pause einlegen. Doch die Pause hielt nicht lange an: seit 1997 stand Scheler wieder als verantwortlicher Trainer der 1. Herrenmannschaft des TuS Daun seinen Mann, die damals in der Oberliga Rheinland aktiv war, der höchsten Spielklasse des Handballverbandes. Auch als Vereinsfunktionär machte sich Scheler verdient! Von 1989 bis 2001 war er im Vorstand des Gesamtvereins TuS Daun tätig: zunächst als zweiter dann als erster Vorsitzender zeichnete er verantwortlich für den 1400 Mitglieder starken Verein. Auch politisch mischt sich Scheler ein, war zunächst in Manderscheid und ist seit 2010 im Dauner Stadtrat aktiv.

Im Februar 2002 verließ Scheler den TuS und wurde Trainer bei der DJK/MJC Trier, die er bis 2006 aus der Landesliga in die Oberliga führte. 2002 entstand eine intensive Freundschaft mit dem damaligen Frauen-Coach der Miezen, Dago Leukefeld, die bis heute Bestand hat. „Sie ist noch fester und intensiver geworden. Ich habe von Dago viel lernen können. Noch heute treffen wir uns regelmäßig, vor allem wenn Dago seine Camps in der Nähe ausrichtet. Wir gehen dann golfen und spätestens ab dem 2. Loch reden wir nur noch über Handball. Ich habe von Dago viel übernommen, vor allem eine Forderung, die elementar für unsere Vereine ist: Pflegt eure Jugendtrainer. Die Vereine wollen die Jugendarbeit, müssen einfach bereit sein, die entsprechende Aufwandsentschädigung zu zahlen und den Jugendtrainern einiges an die Hand zu geben. So habe ich aus privaten Mitteln eine Handballbibliothek aufgebaut, die ich immer wieder gerne interessierten Nachwuchstrainern an die Hand gebe“.
 
Es folgte der „Auslandsaufenthalt“: mit seinem Freund Christoph Bartel übernahm Scheler den luxemburgischen Erstligisten HC Berchem (2007-2008), ehe ihn berufliche Gründe zwangen, eine handballerische Pause einzulegen. Scheler übernahm die Schulleitung der Hauptschule Daun. „Ich konnte in dieser Zeit einen Einblick in die luxemburgische Handballszene genießen, hatte mit Christoph einen jungen engagierten Handballkollegen, der als hauptverantwortlicher Coach tätig war. Ich übernahm als Co-Trainer das Torwarttraining und hatte gleich drei Nationalkeeper im Training. Als Christoph dann zur HG Saarlouis in die zweite Liga wechselte, wollte Berchem mich als hauptverantwortlichen Coach verpflichten, doch meine beruflichen Anforderungen ließen das einfach nicht zu“.
 
Doch lange hielt es der Handballfanatiker nicht ohne seinen Sport aus. 2011 übernahm er C-, B- und A- Jugendmannschaften erneut in seiner Wahlheimat in Daun, ist derzeit verantwortlicher Coach der Dauner A-Jugend.
 
Der Handball Enthusiast, dessen mittlerweile erwachsenen Kinder Jan-Dirk und Wibke als Handballer höherklassig unterwegs waren, ist weiterhin neben seinen Trainertätigkeit im Jugendbereich intensiver Besucher der Dauner 1. Herrenmannschaft, hat sich der neugegründeten Dauner Gruppe „RPS 2020“ angeschlossen und steht hier mit Rat und Tat zur Seite. „Es kommen in der neuen Liga viele Aufgaben und Anforderungen auf den Verein zu und selbstverständlich bin ich bereit, mich hier einzubringen. Wahrscheinlich wird aber die nächste Saison die letzte Saison meiner Trainertätigkeit sein“, sagt Scheler, doch so recht glauben will ihm das keiner.

Quelle: mosel-handball.de

Willi Böhm

Wir sagen DANKE!

Mit Willi Böhm (70) beendete ein langjähriger, verdienter Schiedsrichter seine Handball-Karriere. Zusammen mit seinen Gespannpartnern Rainer Schwab, Adi Kaspari und Michael Weinmann leitete der Dauner Willi Böhm insgesamt 2692 Handballspiele! Akribisch führte Böhm Buch, notierte 1863 Meisterschafts- und Pokalspiele, 828 Turnierspiele und sonstige Freundschaftsspiele und kam sogar zu einem Länderspieleinsatz.

„Mit meinem Lieblingspartner Adi Kaspari war das Länderspiel Deutschland – Weißrußland am 16.12.1993 anlässlich des Trainingslagers der Nationalmannschaft mit Trainer Arno Ehret in Daun vom 11. bis 17.12.1993, eine Woche vor dem Qualifikationsspiel in Paris, der Höhepunkt meiner Schiedsrichtertätigkeit“, erinnert sich Böhm.
 
Dieser Einsatz war ein Dankeschön des DHB und des HVR für den seinerzeit verpassten Aufstieg des Gespanns Böhm/Kaspari in den damaligen Regionaliga- und Zweitligakader, da Adi Kaspari hierfür zu „alt“ war. 
 
Sein erstes Spiel leitete Böhm am 22.9.1979 zwischen der weiblichen A-Jugend der HSG Wittlich und dem SV Igel Liersberg. Mit einem Jugendspiel verabschiedete sich Böhm dann am 3.12.2019 von der Bühne als Handball-Schiedsrichter. Zuletzt leitete er die Begegnung der männlichen D-Jugend zwischen dem HSC Schweich und dem TuS Daun.
 
„Mit Adi Kaspari habe ich nach seinen Angaben „100 Jahre“ zusammen gepfiffen, davon mindestens 15 Jahre in höherklassigen Ligen”.

Wir sagen Danke Willi!

Deutschland – Island

Fahrt zum Handball-Länderspiel Deutschland – Island
Strahlende Gesichter und glänzende Kinderaugen.
Mit zwei Bussen trat die Dauner-Handballabteilung den Weg nach Mannheim zur SAP-Arena an.

Insgesamt 74 Kinder und Jugendliche, sowie 25 Erwachsene waren voller Vorfreude auf das Match der deutschen Nationalmannschaft gegen die EM-Mannschaft aus Island. Stolz wurde beim Ertönen der Nationalhymne mitgesungen. Das Spiel bot alles, was ein gutes Handballspiel ausmacht und so wurde jeder Treffer des Teams frenetisch bejubelt. Nach kurzweiligen 60 Minuten siegte das Deutsche Team mit 8 Toren Vorsprung (33 : 25).
Für viele Kinder wird es in bleibender Erinnerung bleiben, ihre Vorbilder mal live gesehen zu haben und einige konnten sogar noch Fotos und Autogramme einsammeln.

Unser Dank gilt dem TuS 05 Daun, den Dauner-Handball-Freunden und dem Orga-Team, die diese Fahrt ermöglichten.

Mini-Turnier 2019

Beim diesjährigen Miniturnier des TuS 05 Daun am 17.11.2019 traten rund 160 kleine Nachwuchshandballer mit viel Engagement und Leidenschaft an.

In insgesamt 38 Spielen der Superminis, Minis und Topminis wurden mit Unterstützung und Applaus der mitgereisten Betreuer, Eltern und Fans 342 Tore erzielt.

Dazwischen standen Spiel & Spaß mit und ohne Ball auf dem Programm, insgesamt ein rundrum gelungener Tag!

Der TuS 05 Daun freut sich über die zahlreiche Teilnahme der Minis aus Bitburg, Gerolstein, Wittlich, Neuerburg, Hermeskeil, Minderlittgen- Hupperath, Schweich, Mertesdorf und St. Matthias und hofft, im kommenden Jahr alle wieder begrüßen zu dürfen.

Ein besonderer Dank gilt unserem Minitrainerteam sowie allen Eltern und Helfern, die uns an diesem Tag als Schiedsrichter, Zeitnehmer, beim Auf- und Abbau und an der gut besuchten Theke unterstützt haben !!!!